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GEFAHREN IM GELӒNDE

Wild Terraine Survival kommt als Fach in allen 4 Rangerkursen vor, wobei die Fähigkeiten in jedem Folgekurs weiter aufgebaut und vertieft werden. Zudem gibt es in jedem Folgekurs neue Themen, Techniken und Aufgabenstellungen.

Fortbewegen und durchschlagen

Wild Terraine Survival ist eine der zentralen Säulen für das Ueberleben in der Wildnis, denn Fortbewegung heisst entweder ein sicheres Ziel zu erreichen, oder sich dorthin durchschlagen zu koennen.

Im subtropischen, ariden bis semiariden Klimabereich, in dem Ondjou Wilderness Reserve liegt, prägen sich eine Vielzahl extremer Geländeformen heraus, die sowohl den Ranger zu Fuss als auch mit dem Fahrzeug vor grosse Herausforderungen stellen. Dies, kombiniert mit der menschenleeren Weite, ist eine latente Bedrohung auch für gut ausgerüstete Ranger. 

All dies sind Gelände-Bedingungen, denen wir begegnen müssen, um in der Wildnis zu arbeiten, zu leben und zu überleben. Statistiken belegen,  wie gefährlich extremes Gelände für Menschen ist, die auf solche Bedrohungen nicht gut vorbereitet sind. 

Pathfinding

Wie in allen Ranger-Aufgaben beginnt auch das Survival mit einem guten Scouting. Im Pathfinding erkunden wir früh genug das vor uns liegende Gelände. Das kann aufgrund einer vorhandenen Karte begonnen werden, was aber das physische Scouting nicht ersetzt. Es ist immer von Vorteil, genug Energie in das Pathfinding zu legen, anstatt später in schwerem Gelände "gefangen zu sein". - Pathfinding bezieht sich sowohl auf die Fortbewegung zu Fuss als auch mit dem Fahrzeug beim Offroad-Fahren.

Walk & Scout

Nicht nur in Afrika sollte  ein Ranger beim Fortbewegen immer seine Umgebung im Auge behalten, und nicht nur den Pfad vor ihm – da die Gefahr durch Wildtiere hoch ist. Dies führt zu einer Doppelbelastung, die zu Stürzen oder Verletzung beim Durchdringen von dichter Vegetation führen kann. Die Fähigkeit zu Walk&Scout ist eine der wichtigsten Fähigkeiten des Rangers und muss entsprechend trainiert werden. 

Thick Bush Survival

Beim Fortbewegen durch Dichtbusch koennen bei Hast oder mangelndem Training Augenverletzungen entstehen, die in der Wildnis zum Problem werden koennen. Dies gilt erfahrungsgemäss vor allem beim Fortbewegen im Dornbusch und in der Gruppe. Die Kratzer durch Dornen koennen sich zudem infizieren und dadurch die Fitness beeinträchtigen, was vor allem in einer Notsituation zu einem groesseren Problem werden kann. Auch sollte man im Dichtbusch nicht in die Spinnennetze einiger Arten hineinlaufen, - da dies zu Spinnenbissen fuehren kann, die ebenfalls problematisch sein koennen. - Deshalb muss das geschickte Fortbewegen durch den Dornbusch trainiert werden.

Fall & Crash Survival

Stürze stehen schon immer ganz oben auf der Liste der Todesursachen in der Wildnis. Dabei sind es nicht die hohen Stürze beim Sport-Klettern, sondern

a) Stürze von wenigen Metern beim Auf- oder Abklettern in felsigen Regionen

b) Stürze durch Uebersehen von Löchern oder Abgründen, - z.B. durch schechtes “Walk & Stalk”

c) Stürze durch Stolpern, auch in flachem Gelände, aufgrund von Ermüdung, Unaufmerksamkeit oder Hast (zu schnelles "Marschieren")

Hierbei ist nicht unbedingt der Sturz tödlich, sondern die Herabsetzung der Leistungsfähigkeit durch Verletzung, die zu einer Kette von Folgeerscheinungen führt und nicht selten mit dem Tod enden (z.B. verstauchter Knöchel in Wüstenbergen mit begrenztem Wasservorrat).

Fall&Crash Survival-Training besteht aus einer Kombination aus

a) Fortbewegungstraining in schwierigem Gelände, auch mit Gepäck und

b) Sturz- und Falltraining aus unterschiedlichen Bewegungslagen, Höhen und Winkeln.

Zum Training gehört aber auch gutes Gelände-Scouting und entsprechende Routenplanung um nicht unbeabsichtigt in schweres Gelände zu greaten, - siehe “Pathfinding”.

Falling Object Survival

Sowohl im Fels- und Bergland als auch in Urwäldern mit hohen und altem Baumbestand stellen Steinschlag oder herabstürzende Ӓste eine reale Gefahr dar, - vor allem bei bestimmten Wetterlagen. Auch dies muss durch gutes Gelände-Scouting und richtiges Fortbewegen (und Campen) als Bedrohung reduziert oder ausgeschlossen werden.

Offroad Driving Survival

Fahrzeugunfaelle sind egal wo der Killer Nummer Eins. Merke: Wer auf Asphalt gut fahren kann, ist NICHT auch auf “Wildnisbedingungen” vorbereitet !... Deshalb ist ein Fahrtraining extrem wichtig, das die Grundlagen der Fahrsicherheit auf Pisten und Pfaden, sowie in wegloser Wildnis vermittelt. Hier geht es vor allem um Verhinderung von Kollisionen mit Felsen oder Baumstämmen, Scouting und Ausweichen von gefährlichen Schlagloechern, Verhinderung von Umkippen oder Ueberschlagen. Zum Offroad Fahren zaehlt auch die Vermeidung von "getting Stucked" als eine der häufigsten Ausloeser von Survivalsituationen. 

Getting-Stucked Survival

Getting-Stucked Survival beschäftigt sich mit dem kompletten oder teilweisen Ausfall des Fahrzeugs durch geländebedingte Einflüsse (im Gegensatz zum Mechanical Breakdown, den wir im Bereich Bushcraft abdecken).

Der Verlust des Fahrzeug ist in vielen Fällen der Ausloeser einer ernsten Survivalsituation.
Deshalb sollte das Getting Stucked-Survival ein Schwerpunkt im Wild Terrain Survivaltraining sein. - Dabei sollte man die folgenden Szenarien bearbeiten, mit jeweils unterschiedlichen Methoden je nach Ausrüstungssituation:

a) Getting-Stucked-in-Sand-Survival

b) Getting-Stucked-in-Mud-Survival

c) Getting-Stucked-in-Hole-Survival

d) Caught-on-Rocks-Survival

 

Das Training zielt durch eine Kombination aus Fahrtraining, Gefahren-Scouting und Notfalldrills darauf ab, das Fahrzeug zu bergen und wieder in Gang zu setzen.